Blended Learning

Blended Learning an der Schule für Erwachsene Osthessen

Aus der Lage der Region Osthessen, der demographischen Entwicklung, die in weiten Teilen dieser ländlichen Region ähnlich ist – eine Ausnahme bildet lediglich der urbane Verdichtungsraum Fulda – ergibt sich die Notwendigkeit, mit den Bildungsangeboten „in die Fläche zu gehen“.

Gründe für besondere Schwierigkeiten der Organisation von Aus- und Weiterbildung im ländlichen Raum sind vor allem:

  1. zurückgehende Bevölkerungszahlen, die in der Regel auch ein zurückgehen der Bildungsnachfrage mit sich bringen.
  2. ein abnehmendes ÖPNV-Angebot, das die Erreichbarkeit von Bildungsangeboten verringert und die Mobilität einschränkt.
  3. der abnehmende Mobilisierungsgrad, insbesondere bei sog. „bildungsfernen Schichten“, der die Erreichbarkeit der Bildungsangebote verringert.

Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, Bildungsangebote in der Fläche zu halten und sogar auszubauen, um eine ansprechende Weiterbildung für die Region zu sichern. Dafür bietet sich das Blended-Learning-Verfahren an, das in der Umsetzung individuell und lernerangepasste Distanzphasen und Präsenzphasen ermöglicht.

Erfahrungen aus dem Bereich des E-Learnings eröffnen neue Möglichkeiten des Distanzlernens, ergeben jedoch gleichzeitig das Problem, dass insbesondere bildungsferne Menschen nicht das nötige Arbeitsverhalten haben und ausreichend Selbstdisziplin aufbringen, um Distanzprogrammen der „klassischen Art“ erfolgreich abschließen zu können. Diesem Problem entgegenwirken soll durch die Einrichtung von Lernorten, an denen sich Beratung und Distanzlernen vereinen. Diese „außerhäuslichen Orte zum gemeinsamen Lernen“ erschließen den Teilnehmer/innen sowohl die Möglichkeiten einer spezifischen Bildungsberatung als auch eine betreute Teilnahme am Distanzlernen. Die Betreuung schließt eine technische Supportfunktion ebenso mit ein wie eine (sozial-)pädagogische Betreuung der Teilnehmenden während des Lernprozesses.

Für die Bildungsarbeit im Blended-Learning-Verfahren sollten kompatible Lernorte in der Fläche zur Verfügung stehen, sodass ein Netzwerks „Blended-Learning“ mit unterschiedlichen Mitgliedern gebildet werden kann. Später sollte das Projekt in die Arbeit des Hessencampus Hersfeld-Rotenburg eingebunden werden, was sich jedoch nicht realisieren ließ.

Für die Schule für Erwachsene erwies sich diese Methode des Unterrichts als praktikabel, um zeitgleich an zwei entfernt liegenden Unterrichtsstandorten Bildungsinhalte zu vermitteln. Durch das Blended-Learning-Verfahren wird es möglich, ressourcensparend Unterricht anmehreren Standorten – trotz sinkender Studierendenzahlen gegen Ende der Bildungsgänge – aufrecht zu erhalten. Das Unterrichtsangebot kann zudem thematisch einfacher erweitert werden

Die Schule für Erwachsene beantragte einen Modellversuch, in dessen Rahmen der standortübergreifende Unterricht in der Qualifikationsphase in Fulda und Bad Hersfeld  erprobt werden soll. Die bestehenden Q3-Kurse sollen standortübergreifend gemeinsam in den Fächern Chemie, Physik und Biologie unterrichtet werden. Geplant ist, dass die Lehrkräfte wöchentlich wechselnd von Bad Hersfeld oder von Fulda aus unterrichten, sodass jede Gruppe vierzehntägig vom Lehrer persönlich betreut wird. Die Präsenz wird durch spezielle Programmfeatures sichergestellt. Auch ist geplant, dieses Modellprojekt mit weiteren Bildungsträgern auf andere Lernorte auszudehnen.

Inzwischen sind 80% der Lehrkräfte der Schule für Erwachsene Osthessen auf der Lernplattform und im Umgang mit der Methode geschult. Künftig können hierüber auch spezifische Schulungen im Umgang mit dem Blended-Learning-Verfahren angeboten werden, z.B. für die unterrichtenden Hessencampus-Partner und weitere interessierte Kolleginnen und Kollegen der hessischen Schulen für Erwachsene.

Nähere Informationen unter www.sfe-osthessen.de